Chronik des
Kulturfördervereins Würmtal e.V.
1988
1988 wurde der Kulturförderverein Würmtal e.V. von einer kleinen Gruppe engagierter Bürger:innen gegründet – mit dem Ziel, insbesondere die Musikschule Planegg-Krailling zu unterstützen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Michael Feneberg, Michaela Hefele und Maximiliane Mehringer. Michael Feneberg übernahm den Vorsitz als erster Vereinsvorsitzender.
Die Musikerin Michaela Hefele initiierte als Beisitzerin für Kunst eine enge Zusammenarbeit mit der Capella Nova unter der Leitung ihres Bruders Roger Hefele. Es folgten zahlreiche gemeinsame Projekte – zuletzt im November 2024 das Konzert „Richtungswechsel – Wendepunkte der Musikgeschichte“, bei dem Musikstücke durch bildende Kunst ergänzt
1994
1994 übernahm der Apotheker und Schriftsteller Walther Hohenester († 2017) den Vorsitz mit dem Leitgedanken: „Kultur ins Würmtal bringen.“ Unter seiner Ägide kamen Kabarettgrößen wie Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, die Biermösl Blosn, die Wellküren, Fredl Fesl und Lizzy Aumeier erstmals ins Würmtal.
Sein Wunsch, ein Bürgerhaus in Planegg zu schaffen, ging später mit dem Bau des Kupferhauses durch die Gemeinde Planegg in Erfüllung. Dort finden bis heute die meisten Vereinskonzerte statt – viele heutige Künstler:innen feierten hier ihre ersten öffentlichen Auftritte.
1995
1995 wurde zur Einweihung des neuen Blauen Rathauses die erste Kunstausstellung unter dem Motto „Kunst muss ins Rathaus“ organisiert. Beteiligt waren die Grafikerin und Bildhauerin Christa Amuser (†2010), die Keramikerin und Malerin Gisela Paetsch sowie Walther Hohenester. Im Zuge dieser Ausstellung erwarb die Gemeinde Werke von Christa Amuser und Harald Pütz, die bis heute das Rathaus-Foyer schmücken.
Seitdem finden jährlich Ausstellungen von Vereinsmitgliedern im Rathaus Planegg statt – viele davon kuratiert von Christa Amuser und Gisela Paetsch, die als Beisitzerinnen für Kunst kontinuierlich neue Akzente setzten. Ab 1996 bereicherte die Grafikerin und Malerin Claudia Lutterkord († 2023) das Organisationsteam mit großem Engagement.
v. l. n. re.: Michaela Hefele, Peter Lutterkord, Christa S. Amuser, Gisela Paetsch, Walter Hohenester, Claudia Lutterkord
1997
1997 sorgte die Ausstellung „EROTIC DAYS – Erotic, wos is’n des?“ mit ihrem provokanten Thema für große Aufmerksamkeit. In den Folgejahren etablierten sich die beliebten Sonntagsmatineen im Rathaus, die jedoch inzwischen aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr stattfinden können.
Vernissage der Ausstellung „EROTIC DAYS“ im Rathaus Planegg.
„Rosa liebt den ganzen Stall“ von Gisela Paetsch
Zwischen 1997 und 2004 prägten große Straßenfeste in der Bahnhofstraße Planegg das kulturelle Leben – unter Mottos wie „Kultur im Exil“, „Mal Mal“, „Tanz Mal“ oder „Jahrmarkt“. Aus dieser Tradition entwickelten sich später die Maidult und das Herbstfest.
2004
2004 rief Claudia Lutterkord unter dem Dach des Vereins ihr Herzensprojekt „Hund und Katz“ ins Leben – einen Künstleraustausch mit polnischen Kunstschaffenden, vor allem aus Krakau. Ziel war die Förderung des kulturellen Dialogs zwischen Deutschland und Polen.
2005
2005 entstand zur Eröffnung der neuen Gemeindebücherei die Freiluftausstellung „Eulen nach Planegg tragen“. Werke von zwölf deutschen und polnischen Bildhauer:innen sowie Schüler:innen der „Schule der Fantasie“ waren drei Monate im Park zu sehen – eine der Eulen steht bis heute vor der Bibliothek. Ebenfalls im selben Jahr sorgten die Ausstellung „Rettet den Gartenzwerg!“ in Schaufenstern Planegger Geschäfte sowie Krimilesungen im Lesecafé für rege Resonanz.
2006
2006 wurde der Komponist und Musiker Roderich Peter († 2024) Beisitzer für Musik. Er spielte eine zentrale Rolle beim Erwerb eines Steinway-Flügels für das Kupferhaus, der 2009 durch die Gemeinde Planegg finanziert wurde. Zudem beteiligte sich der Verein an den Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum Planeggs.
2013
2013 kam es zu einer Neuausrichtung im Vorstand: Der Bildhauer Peter Lutterkord übernahm den Vorsitz, der Musiker und Sammler Walter Erpf wurde Beisitzer für Musik. Daraus entstand u.a. eine neue Konzertreihe in der Waldkirche. Später stieß der Cellist Felix Stross hinzu, der sich besonders um Konzerte für Grundschulkinder im Bereich Klassik verdient machte.
2019
2019 präsentierte sich der Verein mit einer Ausstellung im Landratsamt München, im Rahmen der Partnerschaften des Landkreises.
Bis 2022 prägten Peter und Claudia Lutterkord maßgeblich die Entwicklung des Vereins. Beide wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Mit dem Tod von Claudia Lutterkord 2023 verlor das Würmtal eine streitbare Künstlerin, leidenschaftliche Kulturförderin und engagierte Bürgerin.
2022
2022 wurde die Ikebana-Künstlerin Anne Gürtler zur ersten Vorsitzenden gewählt. Die Bildhauerin Christine Seidel-Müller wurde Beisitzerin für Bildende Kunst.
2024
2024 folgte die Malerin Brigitte Hageböck in dieser Funktion. Im selben Jahr wurde Gisela Paetsch für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement vom Landrat Christoph Göbel mit der Ehrennadel des Landkreises München ausgezeichnet. Seit 1995 ist sie aktives Vorstandsmitglied in verschiedenen Funktionen, aktuell als Schriftführerin. Zahlreiche Projekte und Ausstellungen gehen auf ihre Initiative zurück. Unterstützt wird sie seit Jahrzehnten von ihrem Ehemann Folker Paetsch, der bei Veranstaltungen stets tatkräftig zur Seite steht.
2025
In diesem Jahr entschied sich der Verein für ein neues Logo. Scheinbar zufällig angeordnete, sich auffächernde Rechtecke (Notenblätter, Schreibpapier oder Bilder analog für Musik, Literatur und Kunst) bilden ein W für Würmtal. Diese offene Anordnung lässt Überraschungen erwarten und steht als „Fächer voller Möglichkeiten“ für die Vielseitigkeit und Regionalität des Veranstaltungsprogramms.
Ebenfalls wurde ein neuer Internet -Auftritt des Vereins, geeignet für alle Bildschirmformate, erforderlich. Beides wurde von der Kraillinger Grafik-Designerin Sabine Thernes entwickelt, die auch mit der neuen Gestaltung der Printmedien dem Verein ein modernes, frisches Corporate Design gab.
Wie jedes Jahr zeichnete der Landrat, Herr Christoph Göbel, Bürger und Bürgerinnen aus, die sich im Landkreis München ehrenamtlich engagiert haben – so wurde auch der Musiker Walter Erpf, Mitglied im Vorstand des Kulturfördervereins, für sein außergewöhnliches Engagement mit der Ehrennadel des Landkreises München geehrt: Mit seinen enormen Kontakten in der Musikerszene initiiert er für den Verein Konzerte aller Stilrichtungen und kümmert sich, unermüdlich, selbstlos und immer mit einer Prise Humor, um die Koordination und Kommunikation und vieles mehr zwischen den Künstler:innen und dem Kulturforum Planegg.
Die Finanzen des Vereins werden seit vielen Jahren zuverlässig von Richard Schaurich verwaltet, der als Schatzmeister für Stabilität sorgt. Auf dieser soliden Basis entwickelt der Vorstand kontinuierlich neue Impulse für das kulturelle Leben im Würmtal.